Wen einmal die Leidenschaft für das Angeln gepackt hat, den lässt sie ein Leben lang nicht mehr los. Der Moment, wenn ein Fisch den Köder nimmt und der Angler noch nicht weiß, um welchen Fisch welcher Größe es sich handelt, wird immer ein spannender bleiben. Der Pulsschlag steigt in die Regionen eines Leistungssportlers, bevor man noch den ersten Widerstand spürt. Gelingt es dem Angler tatsächlich, den Fisch zu erbeuten, weicht die Anspannung der Freude. Dabei ist es in den seltensten Fällen eine Freude über den Nahrungserwerb. Der Angler freut sich über seinen Erfolg, über seine technischen Fähigkeiten und sein Gespür und nicht zuletzt auch über die Schönheit des Fisches.
Immer und überall wird der Angler auch die ihn umgebende Natur verinnerlichen. Ob er an einem dahin sprudelnden Gebirgsbach fischt, an einem majestätisch dahin fließenden großen Strom, an den Ufern eines schilfbestandenen Sees oder an den Gestaden eines Meeres. Er befindet sich mitten in der Natur und ist ganz auf sich allein gestellt.
Er trägt die Verantwortung für die Zusammenstellung seiner Ausrüstung, wenn auch ein Neuling gern den Rat eines alten Hasen sucht. Die Köderwahl und -beschaffung obliegt ihm ebenso wie die Entscheidung, an welchem Gewässer er zu welcher Jahres- und Uhrzeit zu fischen gedenkt. Kaum ein Angler wird alle Techniken des Petrihandwerkes gleich gut beherrschen. Bereits das Grundangeln erfordert ein breites Spektrum von Fähigkeiten und Erfahrungen. Das Spinnangeln wiederum verlangt eine vollkommen andere Technik. Die Königsdisziplin, das Fischen mit der künstlichen Fliege, setzt intensives Über voraus, bevor man die Schwünge so beherrscht, dass die Fliege bei allen Windverhältnissen am gewünschten Ort auf der Wasseroberfläche platziert werden kann.
Einen besonderen Reiz üben fremde Regionen und Länder auf den Angler aus. Schon oft hat er wahrscheinlich von ihnen gehört oder gelesen. Ihn reizen die fremden Gewässer und die Fische, die in diesen leben. Neue Landschaften gilt es zu entdecken und vielleicht neue Freundschaften zu schließen mit den Menschen, die dort leben. Wieder zurück in der Heimat, werden Vereins- und Familienmitglieder an seinen Lippen hängen um seinen Berichten zu lauschen. Und mit besonderem Stolz wird er die Bilder der gefangenen Fischen präsentieren, vielleicht sogar auf seiner Homepage.